Nach der Vorstellung des ersten Entwurfs für den sächsischen Landeshaushalt 2025/26 mussten wir mit großer Bestürzung feststellen, dass auch für den Filmverband Sachsen massive Kürzungen geplant sind, die nicht nur größer sind, als von uns erwartet, sondern deren Umsetzung auch einen Großteil unserer Arbeit der letzten Jahre zunichte machen würde. So wurde die Förderung für film.land.sachsen vollständig gestrichen und auch eine Beteiligung des Filmverbandes am Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes (SAVE) ist nicht mehr vorgesehen. Dies ist für uns nicht nur schmerzhaft, weil zwei wertgeschätzte Kollegen unser kleines Team verlassen müssen, sondern auch, weil mit ihnen mühsam aufgebaute Strukturen, Netzwerke, Erfahrung und Expertise verloren gehen.
Kein großes Kino für den ländlichen Raum
Für film.land.sachsen bedeutet die Streichung der Förderung, dass jegliche Veranstaltungen ab sofort eingestellt werden müssen und wir höchstens noch als Kooperationspartner ohne finanzielle Spielräume auftreten können. Sollte sich am Haushaltsentwurf nichts ändern, wäre ab Juli dann endgültig Schluss mit film.land.sachsen.
Wir hatten 2024 mit dem Programm ein sensationelles Jahr mit mehr Veranstaltungen und Zuschauer*innen denn je. Mit film.land.sachsen schaffen und fördern wir Räume für Begegnung in Regionen, wo oftmals nur noch wenig kulturelle Angebote existieren. Und der Bedarf ist da. Es sind genau solche Orte des Austauschs und des Dialogs, die der fortschreitenden Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken und somit die Demokratie stärken. Wie die jüngsten Ergebnisse der Bundestagswahlen in Sachsen gezeigt haben, braucht es diese Orte gerade im ländlichen Raum in Sachsen dringend.
Vor diesem Hintergrund können wir die Entscheidung, die Förderung für film.land.sachsen gänzlich einzustellen, nicht nachvollziehen und hoffen sehr, dass dies noch einmal überdacht wird.
Kulturelle Demenz statt kulturellem Gedächtnis
Auch die Fördermittel, die für die Beteiligung des Filmverbands an SAVE notwendig wären, sollen gekürzt werden. Da der Filmverband maßgeblich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, würde diese für SAVE vollständig wegfallen.
Für das Programm wäre das fatal, da die Sicherung des audio-visuellen Erbes nur mithilfe von kleinen Archiven, Bibliotheken, Vereinen, Museen und Menschen in Sachsen funktionieren kann. Wir haben daher in den letzten Jahren kontinuierlich daran gearbeitet, das Programm in ganz Sachsen bekannter zu machen. Der Wegfall der Öffentlichkeitsarbeit und die deutliche Reduzierung der finanziellen Mittel für das Programm insgesamt hätte zur Konsequenz, dass viele historische Film- und Tondokumente nicht mehr digitalisiert werden und somit für Forschende und die Öffentlichkeit für immer verloren gehen.
Filmkultur muss für alle da sein
Die erklärte Aufgabe des Filmverband Sachsen ist es, Filmkultur für ALLE Menschen in Sachsen zugänglich und erlebbar zu machen. In den urbanen Zentren wird sie das auch ohne unsere Arbeit bleiben. Aber gerade für Menschen in ländlichen Regionen werden ohne Programme wie film.land.sachsen und SAVE viele Angebot wegfallen.
Im Hinblick auf die politische Entwicklung in Sachsen muss es auch im Interesse der Politik sein, den ländlichen Raum in Sachsen weiter zu stärken, und nicht noch mehr Angebote zu streichen. Wir appellieren daher an die sächsischen Landtagsabgeordneten: Lassen Sie uns unsere Programme fortführen und weiterhin Teil dieser wichtigen Arbeit sein!